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Gemeinde Ellhofen:
Kirchplatz 1
74248 Ellhofen
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Die Geschichte der Gemeinde Ellhofen

Erste urkundliche Nennung

Der Name Ellhofen begegnet in der schriftlichen Überlieferung erstmals 1037. In jenem Jahr gründete Bischof Gebhard von Regensburg auf Bitten seiner Mutter Adelheid in der bisherigen Pfarrkirche in Öhringen ein Chorherrenstift, und in der Urkunde über diese Gründung, dem „Öhringer Stiftungsbrief“, wird auch halb Ellhofen unter den Besitzungen der Öhringer Kirche aufgeführt. Der Wortlaut des Stiftungsbriefes, der zu den bedeutendsten landesgeschichtlichen Dokumenten des 11. Jahrhunderts zählt, sich jedoch nicht im Original, sondern in einer Überarbeitung aus der Zeit um 1090 erhalten hat, lässt erkennen, dass halb Ellhofen möglicherweise nicht erst 1037, sondern schon einige Jahre zuvor aus dem Besitz Bischof Gebhards und seiner Vorfahren an die Öhringer Kirche gelangt war.

Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts

Weitere Hinweise über Ellhofen finden sich in der schriftlichen Überlieferung erst seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1264 ist erwähnt, dass Weinbau betrieben wurde, denn das Heiliggeistspital in Wimpfen versprach, den Johannitern in Schwäbisch Hall jährlich zwei Eimer Wein (circa. 600 Liter) nach Ellhofen zu liefern. 1303 ist erstmals die Kapelle als Tochter der Pfarrkirche von Sülzbach bezeugt, die so reicht ausgestattet wurde, dass ein beständiger Vikar in Ellhofen eingesetzt werden konnte.

Die beiden Ortsherrschaften im 16. Jahrhundert

Im Laufe des 16. Jahrhunderts gelang es Württemberg, seine Rechte an Ellhofen allmählich zu verstärken, nachdem 1542 noch einmal das Stift Öhringen mit dem Erlass einer „Ordnung“ bestimmend in das örtliche Geschehen eingegriffen hatte, die zugleich einen Einblick in das dörfliche Leben des 16. Jahrhunderts gestattet.

Mit dieser Ordnung von 1542 wollte das Stift Öhringen wohl nicht nur das dörfliche Leben näher regeln, sondern die Ordnung darf auch als ein letzter Versuch bezeichnet werden, die Rechte des Stiftes über Ellhofen zu wahren, über die es zu jenem Zeitpunkt bereits zu Differenzen zwischen beiden Ortsherrschaften gekommen war. Dabei standen sich Württemberg sowie die Grafen von Hohenlohe gegenüber, die zunächst als Vögte die Rechte des Stiftes verteidigten und nach dessen Aufhebung als kirchliche Einrichtung im Zuge der Reformation seine Besitzungen verwalteten.

Zu Anfang des 17. Jahrhunderts

Konnte bereits zwischen 1525 und 1545 ein starker Anstieg der Bevölkerung beobachtet werden, so setzte sich diese Entwicklung auch nach 1545 und in den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts fort, obwohl 1596 und 1597 die Pest wütete und die Kirchenbücher 1597 innerhalb von nur sechs Monaten 81 Todesfälle registrierten und 1607 mit 52 Toten ebenfalls eine hohe Sterberate zu beklagen war. 1591 lebten über 400 junge und alte Einwohner im Ort, und 1624 galt Ellhofen als „starckher volckreicher Fleckh“ mit über 100 Bürgern und 400 Kommunikanten, so dass auf eine Einwohnerzahl von nahezu 500 geschlossen werden darf.

Aus dem 18. Jahrhundert


Ellhofen galt im 18. Jahrhundert als “freyer Ort“, in dem die Bewohner angesichts mancher Privilegien wie der Befreiung von ordentlichen Steuern „freier als anderswo“ lebten. Jeder Bürger durfte Wein ausschenken, ohne Umgeld (Getränkesteuer) zu bezahlen, jeder konnte das Handwerk treiben, was er wollte und jeder dürfte Gäste beherbergen, so dass es noch 1784 keine Schildwirtschaft im Ort gab.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts erhöhte sich die Einwohnerzahl allmählich von 338 im Jahr 1702 auf 491 im Jahr 1745. Als Hauptgründe für die Bevölkerungsvermehrung wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts Geburtenüberschuss und Hereinzug neuer Familien genannt

Das 19. Jahrhundert

Die politischen Ereignisse zu Anfang des 19. Jahrhunderts ließen im deutschen Südwesten nur vier Staaten bestehen: das zum Königreich aufgestiegene Württemberg, das zum Großherzogtum erhobene Baden sowie die beiden Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen.

Diese gewaltigen Veränderungen, bei denen Württemberg und Baden ihr bisheriges Gebiet um mehr als das Doppelte erweitern konnten, wirkten sich auch auf Ellhofen aus, da durch die Rheinbundakte von 1806 die hohenlohischen Besitzungen und somit auch die von Hohenlohe verwalteten Rechte des Stiftes Öhringen unter württembergische Souveränität gelangten.

Seit 1806 zählte Ellhofen zum Oberamt Weinsberg und kam nach dessen Auflösung 1926 an das Oberamt Heilbronn.

Das 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert wird durch viele Veränderungen geprägt. So wird die Schule, welche in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges durch Artilleriebeschuss ein Volltreffer abbekommt, 1985 in das heutige Rathaus umgebaut, wo bis zu diesem Zeitpunkt der Unterricht stattgefunden hat. Die Schüler ziehen in die neu errichtete Johann-Dietz-Grundschule um. Auch das Ortsbild von Ellhofen ändert sich stark. So wird der Ellbach, der offen entlang der Hauptstraße entlang fließt verdohlt. In den 80er Jahren wird die alte Gemeindehalle abgebrochen und die neue „Mehrzweckhalle mit Festhallencharakter“ am 4. und 5. Februar 1983 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Am 2. Oktober 1987 feierte die Gemeinde Ellhofen mit einem Festabend in der Gemeindehalle ihren 950. Geburtstag. Zu den Feierlichkeiten zum sechs-jährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Ellhofen und Peccioli im Jahr 1994 wird der Peccioli Platz eingeweiht. 1999 wird das renovierte Bürgerhaus eingeweiht.

Das 21. Jahrhundert

Am 15. Juli 2001 wird die neue Sporthalle eröffnet. Das erste Sportparkfest findet am 2. und 3. Oktober 2004 statt. Die Stadtbahnlinie die nun Ellhofen mit Heilbronn und Öhringen verbindet, wird im Dezember 2005 in Betriebe genommen. Im Juni 2006 wird der Sportpark hinter der Sporthalle eingeweiht. Sein 100-jähriges Bestehen feiert der Turn- und Sportverein Ellhofen vom 14. bis 17. Juli 2006. Nach 17 Jahren Tätigkeit als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde leitet Pfarrer Wolfgang Dietz am 8. Juli 2007 seinen letzten Gottesdienst. Am  28. September 2007 findet in der Gemeindehalle die 70-Jahr Feier des Musikvereins Ellhofen statt. Im Baugebiet „Klostergarten“ findet am 23. Mai 2008 das Richtfest für das Gebäude der Begegnungsstätte statt. Die Pfarrstelle der evangelischen Kirche wird am 7. Juli 2008 durch das Pfarrerehepaar Bernhard und Dorothea Gollsch besetzt.